Eine langjährige Freundin ruft mich an. Ich freue mich ...
von Andrea Klara Fröhlich – 09. Oktober 2026– wir haben viel erlebt, Höhen und Tiefen getragen. Sie meldet sich selten, meistens zu Geburtstagen oder Weihnachten.
Doch nach dem Auflegen bleibt ein schales Gefühl. Als hätte ich gerade einen Fragekatalog ausgefüllt.
Job? Familie? Urlaub? Was gibt es Neues?
Alles wird abgefragt, doch echte Nähe entsteht nicht. Nicht so wie früher. Mein erster Gedanke: „Freu dich doch einfach, dass ihr gesprochen habt.“ Aber die Intuition lügt nicht. Irgendwann ertappe ich mich dabei, das Gespräch unter einem Vorwand zu beenden. Ich will mich nicht mehr „abarbeiten“ lassen.
Heute lese ich in den Salzburger Nachrichten einen Begriff, den ich bisher nicht kannte: „Catch-up-Culture“.
Gemeint sind Freundschaften, in denen man sich nur noch austauscht, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. Man bleibt zwar informiert – aber tiefe Verbundenheit entsteht nicht mehr.
Ich merke immer deutlicher:
Oberflächlicher Small Talk ist nicht meine Welt.
Ich brauche echte Begegnungen. Interesse, das über das Abfragen von Lebensdaten hinausgeht. Gespräche, in denen auch der Raum zwischen den Zeilen Platz hat. Vielleicht ist eine der ehrlichsten Erkenntnisse:
Es war einmal eine wichtige Verbindung. Und heute fühlt sie sich anders an.
Das macht die gemeinsame Zeit nicht weniger wertvoll.
Es bedeutet lediglich, wahrzunehmen, was heute ist.
Woran merken Sie, dass aus einer Verbindung allmählich nur noch Kontakt geworden ist?
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