Heute beginnt der Brustkrebsmonat.

von Antje Petershagen – 01. Oktober 2026

Und ich stolpere jedes Jahr ein wenig über diesen Begriff.
Nicht, weil ich einen Monat, in dem Brustkrebs Aufmerksamkeit bekommt, für überflüssig halte, sondern weil Brustkrebs keinen Monat hat.

Rund 69.000 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an einem invasiven Mammakarzinom, hinzu kommen mehr als 6.000 Frauen mit einem In-situ-Tumor, und etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.
Das sind keine Oktoberzahlen.
Diagnosen werden im Januar gestellt, Operationen im März durchgeführt, im Juli wartet jemand auf einen Befund und an irgendeinem Dienstag im November sitzt eine Frau in einem Arztzimmer und hört einen Satz, nach dem ihr Leben ein anderes ist.

Und auch das Danach hält sich an keinen Kalender.
Die Angst vor der nächsten Untersuchung nicht, die Langzeittherapie nicht und der veränderte Körper auch nicht. Die Frage, ob dieser neue Schmerz etwas bedeutet, ebenso nicht.
Und die Erfahrung, dass das Umfeld irgendwann wieder zur Tagesordnung übergeht, während man selbst noch herausfinden muss, wie die eigene Tagesordnung nach einer Krebsdiagnose überhaupt aussieht, schon gar nicht.
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit genau diesem Dazwischen und Danach, als Ärztin, Psychoonkologin und selbst Betroffene.
Der Oktober kann Brustkrebs sichtbarer machen.
Die Menschen, die mit und nach dieser Erkrankung leben, brauchen unsere Aufmerksamkeit auch an den anderen 334 Tagen des Jahres.

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