Ich kann einfach nicht abschalten: Was hilft, wenn die Gedanken nicht aufhören?

von Nadia Wachter – 14. August 2026

Vielleicht kennen Sie das.
Sie gehen spazieren.
Ihr Körper ist längst im Wald. Ihre Gedanken dagegen sitzen noch im letzten Meeting, Sie schreiben gedanklich die nächste E-Mail oder diskutieren zum zehnten Mal frustriert mit einem Kollegen. Vielleicht planen Sie schon den Einkauf, sorgen sich um eine bevorstehende Deadline oder malen sich aus, was alles schiefgehen könnte.

Eigentlich sind Sie draußen.
Und gleichzeitig sind Sie überall, nur nicht dort.

Unseren tierischen Mitbewohnern, z.B. Hunden, scheint das oft leichter zu fallen.
- Ein Hund schnüffelt.
- Er springt in einen Bach.
- Er legt sich in die Sonne.

Wenn gerade nichts Bedrohliches passiert, beschäftigt ihn meist auch nichts anderes. Zumindest macht es den recht authentischen Eindruck.

Natürlich können und sollen wir Menschen nicht einfach „wie ein Hund“ leben. Aber vielleicht lohnt es sich, eine andere Frage zu stellen.
Nicht: „Was könnte alles passieren?“
Sondern: „Was passiert eigentlich gerade?“
- Wie fühlt sich der Wind an?
- Welche Geräusche nehme ich wahr?
- Wie riecht der Wald?
- Wie fühlt sich die Sonne auf meinem Gesicht an?

Das löst unsere Probleme nicht. Aber es hilft oft dabei, zwischen dem zu unterscheiden, was jetzt gerade passiert, und dem, was wir uns in Gedanken bereits ausmalen.
Denn viele belastende Situationen erleben wir zweimal:
Einmal in unserer Vorstellung.
Und irgendwann vielleicht in der Realität. Manchmal sogar gar nicht.

Probleme lösen wir selten dadurch, dass wir sie stundenlang im Kopf hin und her bewegen. Oft kostet uns das nur Kraft, Schlaf und Gelassenheit. Manchmal lösen wir sie besser, nachdem wir für einen Moment wirklich dort waren, wo wir gerade sind.

Im Coaching – in Karlsruhe, online oder an einem anderen Ort – geht es deshalb nicht nur darum, Probleme zu analysieren. Es geht auch darum, den Blick immer wieder auf das zu richten, was gerade tatsächlich geschieht, und es von dem zu unterscheiden, was wir in Gedanken bereits vorwegnehmen.

Denn manchmal verändert sich nicht zuerst die Situation. Manchmal verändert sich zunächst die Frage, die wir ihr stellen. Und genau dort beginnt oft auch der erste Schritt zu mehr Klarheit.