Vertrauen beginnt manchmal genau in dem Moment, in dem jemand aufhört...

von Marcus Woggesin – 28. Mai 2026

Vertrauen beginnt manchmal genau in dem Moment, in dem jemand aufhört, sich festzuhalten.

Vielleicht fühlt sich therapeutische Arbeit genau deshalb manchmal wie ein Tanz zwischen zwei Menschen an, die sich am Anfang noch vorsichtig umeinander bewegen, weil erst langsam Sicherheit entsteht. Da sitzt jemand, der über Jahre gelernt hat zu funktionieren, Gefühle eher festzuhalten als sie wirklich zuzulassen. Und gleichzeitig sitzt dort ein Mensch, der nicht drängt, nicht zieht, sondern einfach da bleibt und spürt, wann Nähe möglich wird.

Wie in einem Tanz verändert sich auch in einer Therapie oft erst dann etwas, wenn nicht mehr jeder Schritt kontrolliert werden muss. Manchmal zeigt sich das nur in kleinen Momenten. Eine ruhigere Stimme. Ein tiefer Atemzug. Oder diese kurze Stille im Raum, die sich plötzlich nicht mehr schwer anfühlt.

Und wahrscheinlich kennen viele Therapeut:innen und Coaches genau diese Augenblicke, nach denen man noch kurz sitzen bleibt, weil man spürt, dass gerade etwas in Bewegung gekommen ist, das sich kaum erklären lässt. Kein großer Durchbruch. Eher dieses leise Gefühl, dass ein Mensch für einen Moment aufgehört hat, alleine kämpfen zu müssen.

Fast wie in einem Tanz, bei dem irgendwann beide denselben Rhythmus spüren.

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