Was hilft bei Angst vor Veränderungen?
von Nadia Wachter – 07. August 2026Wer vor einer Veränderung steht, möchte die Angst oft möglichst schnell loswerden. Vielleicht lohnt es sich aber, die Frage anders zu stellen.
Nicht: „Wie werde ich die Angst los?“
Sondern: „Was möchte mir meine Angst eigentlich sagen?“
Der Film Alles steht Kopf von Disney Pixar vermittelt auf kindliche und eindrucksvolle Weise, dass jedes Gefühl eine Aufgabe hat. Auch Angst. Sie weist uns häufig auf mögliche Risiken hin und lädt uns ein, genauer hinzusehen.
Gerade dann, wenn eine Veränderung bevorsteht, ist das nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Angst macht uns auf Fragen aufmerksam, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden:
- Was könnte schiefgehen?
- Worauf sollte ich mich gut vorbereiten?
- Welche Informationen fehlen mir noch?
- Welche Fähigkeiten oder Erfahrungen geben mir Sicherheit?
Vielleicht geht es deshalb gar nicht darum, GEGEN die Angst zu kämpfen. Sondern zu verstehen, wovor sie uns möglicherweise schützen möchte. Denn Angst ist ein Teil von uns. Wenn wir sie ernst nehmen, ohne ihr das Steuer zu überlassen, kann sie zu einer hilfreichen Begleiterin werden.
Genau das erlebe ich im Coaching immer wieder: Aus einer diffusen Angst entsteht Schritt für Schritt Orientierung. Aus Orientierung entsteht Klarheit. Und aus Klarheit wächst häufig auch der Mut, den nächsten Schritt zu gehen. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet oft, die Angst zu verstehen und mit ihr eine Entscheidung zu treffen.
Ob berufliche Neuorientierung, Führungsverantwortung oder eine andere persönliche Veränderung: Im Coaching geht es für mich darum, zunächst zu verstehen, bevor wir gemeinsam Entscheidungen treffen und ins Handeln kommen. Denn meistens wird Angst nicht kleiner, wenn wir gegen sie kämpfen. Sondern wenn wir verstehen, warum sie da ist.