Heute ist Welt-ADHS-Tag. 🧠

von Angela Hausotter – 16. Juli 2026

Und ich denke an all die Momente, in denen ich nach außen die Ruhige war. Die Organisierte. Die, bei der alles im Griff schien.

Was keiner gesehen hat: wie viele Gedanken gleichzeitig durch meinen Kopf gerast sind, während ich lächelnd am Tisch saß. Wie laut ein Raum voller Menschen in meinem Kopf werden kann, obwohl ich von außen einfach nur "dabei" wirke. Wie oft der nächste, eigentlich simple Schritt sich angefühlt hat wie eine Wand.

ADHS ist nicht immer das Kind, das nicht stillsitzen kann. Bei vielen Frauen sieht es anders aus – nach innen gerichtet, gut versteckt, jahrelang trainiert. Man nennt das Maskieren. Und genau diese Ruhe, die andere sehen, kostet etwas. Meistens mehr, als man selbst gerade merkt.

Deshalb ist die eigentliche Frage nicht, wie man noch mehr durchhält. Sondern wie man in die Ruhe kommt, ohne sich noch mehr abzuverlangen. Bei mir hilft es oft schon, kurz rauszugehen, bevor ich reagiere. Ein paar bewusste Atemzüge, statt die Situation mit Willenskraft durchzustehen. Oder ehrlich bei mir selbst zu checken: Bin ich gerade noch im Grünen, im Gelben oder eigentlich schon im Roten – und was würde jetzt wirklich helfen, statt einfach weiterzumachen.

Das ist kein Trick, der ADHS wegmacht. Aber es ist ein Unterschied, ob Ruhe etwas ist, das ich mir mühsam abringe – oder etwas, in das ich einfach reingehen kann.

Wenn du das kennst: Du bist nicht zu empfindlich. Du trägst wahrscheinlich mehr, als irgendjemand ahnt.

Welche Strategie hilft dir, wenn's innen zu viel wird? 💬 Schreib's gern in die Kommentare.